Der in Berlin lebende österreichische Fotograf Josef Fischnaller hat in seinen Portraits und Stillleben einen besonderen Stil fotografischer „Lichtmalerei“ entwickelt. Seine Adaptionen berühmter Renaissance Gemälde und Flämischer Stillleben, in ihrem Aufbau ebenso meisterlich wie humorvoll, zeigen die visionäre Planung und verführerische Theatralik seiner opulenten und spielerischen Inszenierungen. Dabei beruhen seine Arrangements auf der Gegenseitigkeit moderner Absurdität und der Allgegenwart kunsthistorischer Hinweise. Die aufwendigen, handgefertigten Kostüme aus Materialen, die er aus ihrem ursprünglichen Kontext löst, bilden dabei einen Subtext, der mit feiner Ironie das Bildgedächtnis hinterfragt. Fischnaller nutzt den anfänglichen Wiedererkennungswert sowie die nachfolgende Irritation zur Wahrnehmungsschärfung und zeigt, dass Kunstrezeption eine sehr subjektive Angelegenheit ist.