Geboren 1978 in Medina del Campo, einer Kleinstadt im spanischen Kastilien, wuchs Laura Nieto umgeben von einer hellen Farbigkeit auf, die sich auch in ihren frühen Arbeiten zeigt. Nach dem Kunststudium in Salamanca, wo sie mit der Kunst von Anselm Kiefer, Gerhard Richter und Neo Rauch in Berührung kommt und beeindruckt ist von der Kraft und Bewegung dieser Bilder, verbringt sie mit einem Erasmus-Stipendium sechs Monate in Deutschland. Zurück in Spanien beeinflusst sie die große Lucian-Freud-Retrospektive in Barcelona. Im baskischen Vitoria-Gasteiz entstehen erste große Bilder, die einzelne persönliche Momente fast skizzenhaft festhalten. Nach ihrem Umzug nach Berlin 2009 verändern sich die Bilder, die Farben werden dunkler, leuchtender. Berlin, so Nieto, sei viel dunkler als die Städte, die sie in Spanien kenne. „Die Farben sind kräftiger. Die Szenen, die ich hier beobachte, sind wie Bühnen, wie ein kleines Theater." Fasziniert von den Arbeiten Michael Borremans und Peter Doigs, arbeitet sie mit Öl auf Leinwand und doch wirken ihre Arbeiten wie Gouachen. Mit angedeuteten Gesten skizziert sie ihre Beobachtungen von Straßen- und Caféhausszenen, Unterhaltungen und Blicken. Es sind flüchtige und doch intensive Momente, die sie spielerisch und poetisch darstellt.